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Armagnac und Cognac der Weinbrand aus der französischen Gascogne!

Der Unterschied zwischen Armagnac und Cognac

Armagnac gilt als ältester Branntwein Frankreichs und wird oftmals als großer Bruder des Cognacs bezeichnet. Beide Weinbrände werden aus Trauben hergestellt, unterscheiden sich jedoch in einigen Punkten.

Zum einen stammen die beiden Spirituosen aus unterschiedlichem Terroir. Beide stammen zwar aus der Region Nouvelle-Aquitaine – haben doch ca. 300 km Entfernung zueinander und somit eine andere Bodenbeschaffenheit. Ein weiterer Unterschied ist die Verwendung der Traubensorten. Bei Cognac werden zu 97% Ugni-Blanc Trauben verwendet. Beim Armagnac sind es nur 55%. Daneben werden auch Folle Blanche und Baco Trauben verwendet.

Die Reife- und Destillationsmethode ist ebenfalls verschieden. So wird der Armagnac meist im "Alambic armagnacais" gebrannt. Der Cognac hingegen entsteht durch den Brennvorgang "Alambic charentais". Der letzte Unterschied der beiden Spirituosen macht sich im Vertrieb bemerkbar, denn der Armagnac wird in erster Linie in Frankreich getrunken. Cognac hingegen wird nahezu in die ganze Welt exportiert.

Armagnac und Cognac der Weinbrand aus der französischen Gascogne!

Cognac und Armagnac - Die zwei französischen Brüder

Entstanden ist das Weinbrennen durch das Verschiffen und Transportieren des doch sehr dünnen Weines in verschiedene Destinationen wie Skandinavien, Irland, England, Nordamerika und den Antillen. Auf diesen Transport Wegen sind die Weine oft ungenießbar und säuerlich geworden. Das Destillieren der Weine brachte einen höheren Alkoholgehalt und dadurch den sicheren Transport in das jeweilige Abnehmerland mit sich. Vor Ort sind diese meist verdünnt und auf normale Weinalkoholstärke in den Umlauf gebracht worden. Dies wurde bis ca. Ende des 19. Jahrhunderts praktiziert.

Aus dieser Geschichte stechen die beiden wohl ältesten Branntweine der Geschichte, der Cognac und der Armagnac, hervor. Wobei der Armagnac die Spitze in der Altersfrage ziert.

Urkundliche Erwähnung des Armagnacs ist 1461. Die des Cognacs lässt sich wissentlich ab Mitte des 17. Jahrhunderts dokumentieren.

Die Herkunft der beiden Weinbrände ist mit den geographischen Regionen Cognac und der Grafschaft Armagnac abgeleitet und verbunden. Beide befinden sich im Südwesten Frankreichs, wobei sich die Region Cognac etwas nördlicher und Armagnac sich etwas südlicher befindet.

Doch worin unterscheiden sich die beiden Brüder?

Beide werden zum Großteil aus der „Trebbiano“ Traube gebrannt. Die Herstellung erfolgt beim Armagnac in sogenannten Säulen-Almabics, meist aus Kupfer und er wird auch nur einmal destilliert, während der Cognac in den üblichen Kupfer-Alambics mit einer zweifachen Destillation hergestellt wird.

Vergleicht man die Produktionsmengen der beiden, sollte der Armagnac durch die geringe Masse eher im Luxussegment zu finden sein. In den Nachkriegsjahren war allerdings die Nachfrage so hoch, dass dieses Produkt einen Verfall der Qualität verzeichnete. Teilweise eine Ansicht die heute, aber eben unbegründet immer noch vorherrscht.

Aufgrund der Farbe des Destillats „je dunkler, je älter, desto besser“ werden insbesondere Cognacs eingestuft. Allerdings ist es möglich den Cognac mit Zuckerbasierten Farbstoff im begrenzten Maß einzufärben. Die Lagerung in Barriques und Eichenholz Fässern tun ihr übriges dazu und glänzen mit ihren Sekundäraromen aus dem Holz und dem Klaren „Eu de vie“. Die Dauer der Lagerung bestimmen die Kellermeister und je nachdem, kann ein junger Cognac bereits nach 4 Jahren auf den Markt gebracht werden, während die Cognacs aus besseren Lagen allerdings wesentlich länger reifen. Der Armagnac wird zwischen 3 und 20 Jahren in Eichenfässern gelagert, auch hier gilt je länger desto besser.

Cognac ist eine Komposition aus verschiedenen Branntweinen und unterschiedlichen Jahrgängen sowie Lagen. Hingegen wird der Armagnac aus einem Brennvorgang „Méthode Armagnac“ Rohbrand und Feinbrand in einem Herstellungsprozess kombiniert und direkt in frische Eichenholzfässer abgefüllt. Nach ca. 5 – 6 Jahren erfolgt die Umlagerung in bereits ältere Fässer, um einen übermäßigen Holz-Ton zu vermeiden.

Altersangabe in Klassifizierungen

 Beim Cognac: V.S. Very Special, das jüngste Destillat muss mindestens 2 Jahre alt sein. Eines der wahrscheinlich bekanntesten Beispiele hierfür ist der Hennessy V.S.. V.S.O.P. Very Superior Old Pale, hier sind es hingegen 4 Jahre für das jüngste Destillat, wie es beispielsweise beim Meukow V.S.O.P. der Fall ist. X.O. Extra Old, bereits 10 Jahre für das jüngste und X.X.O Extra- Extra Old mindestens 14 Jahre. Ein besonders schönes und exquisites Exemplar eines X.O. Cognacs kommt aus dem Hause Remy Martin

Beim Armagnac verhält es sich ebenso bis zum X.O. Danach folgt die Kategorisierung Millésime bei dem der jüngste bereits 1 Jahr alt sein darf. Bei Blends (Verschnitt) gilt der jüngste fertige Armagnac als Grundlage für die Altersangabe. Zwei herausragende Beispiele für erlesenen Armagnac finden wir zum einen in dem Haus Tariquet oder der Domain de Charron.

In den meisten Fällen wird die Komposition der Händler allerdings mit viel älteren Branntweinen hergestellt und überschreiten die gesetzlichen Vorgaben um teils Jahrzehnte.

Einige Häuser verfügen über so genannte „Paradiese“, die mit Bränden bis in das 18. Jahrhundert reichen. Sehr hochwertige Variationen können Anteile dieser Schätzchen beinhalten, und einen Verkaufspreis von über 1.000€ erzielen. Ein Beispiel hierfür ist der Hennessy Paradies. Auch das Haus Louis Tres kann mit einem beachtlichen Aufgebot an hochwertigen Cognacs glänzen. Ebenfalls aus dem Cognac Haus Hardy kommen erlesene Brände zu uns, wie beispielsweise der Hardy Noces de Diamant.

Ob Cognac oder Armagnac, die Aromen Vielfalt hält sich beim Cognac etwas zurück, doch er besticht durch seine Kraft und die weitgehendst verschiedenen kombinierten Jahrgänge, die ihn so reichhaltig machen. Der Armagnac setzt durch seine einmalige Destillation mit einer großen Vielfalt an Duftnuancen und seiner unverfälschten Geradlinigkeit seine Zeichen.