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Das Land mit dem höchsten Whiskykonsum

Junge Whiskys mit starken Aromen

Die Reifung von indischem Whisky geschieht durch das besonders warme Klima sehr schnell, denn die Interaktion zwischen Holz und dem Whisky ist sehr intensiv. 

Somit hat hier der Angles Share (verdunsten des Alkohols im Fass) einen deutlich höheren Anteil, als bei schottischem Whisky. Dies ist der Grund dafür, dass indische Whiskys meist eher über ein jüngeres Alter verfügen. Trotzdem sind die Single Malts geschmacklich sehr reif und komplex.

Aromatisch lässt sich hier eine sehr intensive Würze und ein hohes Maß an Komplexität vernehmen. Abgerundet werden diese durch dunkle Schokoladennoten, sowie auch Kokosnuss und Vanille.

Die meisten indischen Whiskys werden aus Zuckerrohrsaft hergestellt und gelten somit nach europäischem Recht nicht als „Whiskys“ als solche. 

In Indien selbst ist die Rechtsgrundlage jedoch lockerer, weshalb die Spirituose als Whisky deklariert werden darf. In Deutschland findet sich jedoch nur indischer Whisky, welcher die Auflagen erfüllt und somit beispielsweise mindestens drei Jahre lang in Holzfässern gelagert wurde.

Das Land mit dem höchsten Whiskykonsum

Kolonialherrschaft mit ihren Folgen

Wer an Whisky denkt, dem kommen augenblicklich Produkte aus Schottland, Irland und den USA in den Sinn. Dass auch Indien in Sachen Whisky ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat, wissen nur Kenner der Materie. Unter der britischen Kolonialherrschaft kamen die Inder erstmals mit dem Whisky in Kontakt. Nach und nach fasste das Lieblingsgetränk der Besatzer auch in Südasien Fuß. Die Importe für den heimischen Bedarf stiegen, aber bis die erste indische Brennerei ihren Betrieb aufnehmen konnte, sollten noch einige Jahre ins Land gehen.

  

Steiniger Weg zur eigenen Whiskyproduktion 

Auf dem Weg zur eigenständigen Whisky-Produktion galt es zahlreiche Hürden zu überwinden. Angesichts der ständigen Getreideknappheit war Improvisationstalent gefragt. Die meisten Erzeugnisse halten heute einer internationalen Klassifizierung als Whisky nicht stand, werden sie doch zu beinahe 90 Prozent aus Melasse gebrannt und erinnern damit eher an Rum. 

Erst die im Jahr 1948 gegründete Traditionsbrennerei Amrut wagte in den 1980-er Jahren den entscheidenden Schritt, besann sich auf überlieferte schottische Rezepte und destillierte ihre Whiskys ausschließlich aus gemaischter Gerste. Damit schlug die Geburtsstunde des indischen Single Malt. Als Basis setzt Amrut auf Gerste aus dem Himalaya-Gebirge, setzte zum Teil aber auch getorfte Geste aus Schottland ein. Zudem experimentierten die indischen Whisky-Pioniere mit neuen Fassarten, setzten ehemalige Behältnisse von Bourbon, Sherry und Portwein, testeten aber auch Fässer aus neuer Weißeiche.

Das warme und von hoher Luftfeuchtigkeit gekennzeichnete Klima Indiens lässt den Whisky schneller reifen. Nach drei- bis vierjähriger Lagerung kann er durchaus mit einem zwölfjährigen Whisky aus europäischer Produktion konkurrieren. 

Inzwischen sind die Vorurteile bei Experten überwunden. Bei Blindverkostungen landen indische Whiskys häufig auf den vorderen Plätzen.

Das Land mit dem höchsten Whiskykonsum

Amrut leuchtendes Beispiel für weitere Brennereien

Die in Goa beheimatete Paul John Destillerie folgte dem Beispiel Amruts und brachte im Jahr 2012 ihren ersten Single Malt auf den Markt. Als dritter Produzent von Single Malt hat sich Rampur weltweit einen Namen gemacht.

Großbritannien gilt nach wie vor als weltweit größter Whisky-Exporteur. Mehr als 50 Prozent des Weltmarktes werden vom Vereinigten Königreich aus bedient. In der Statistik spielt Indien nur eine untergeordnete Rolle, da die Melasse-Produkte nicht die europäische Richtlinie für Whisky erfüllen. Alle Bemühungen der indischen Produzenten um die EU-seitige Anerkennung ihrer nicht normgerechten Produkte sind bislang gescheitert. So konzentriert sich die Fachwelt auf AmrutPaul John und Rampur. Trotz moderater Preise überzeugen deren Single Malts mit einer herausragenden Qualität.

 

 

Indische Whiskys, die Genießer weltweit schätzen

Der Amrut Bagheera basiert zu 99 Prozent auf ungetorftem Gerstenmalz. Ein Prozent getorfte Gerste verleiht ihm einen Hauch von Rauch. Gereift in Sherryfässern, überzeugt der "schwarze Panther" mit Noten von Früchten, Nüssen und Toffee.

 

Der Paul John Classic, ein weiterer Single Malt aus Indien, glänzt mit intensiven und exotischen Aromen. Er reifte in Bourbonfässern und weist Töne von Honig und Eichenwürze auf, und das bei fruchtig-eleganten Angang.

 

Mit Rampur Select feierte die Destillerie ihre Single-Malt-Premiere. In Eichenfässern gereift, zeichnet er sich durch ein fruchtiges, nicht rauchiges Aroma aus. Die Süße ist angenehm und wirkt unaufdringlich.